Augenscheinlich logisch

Liebe Freunde Habsburger Dressur-Kunst, Fußball-Fans und Soul-Jünger,

auch ich bin, trotz nicht einmal geringster Spur an Fußballmüdigkeit, dem kollektiven Aufruf der österreichischen Romantik-Presse gefolgt, dem Nachwuchs der weltberühmten Wiener Hofreitschule auf die noch krummen Haxen zu schauen: Denn täglich werden die Jung-Lipizzaner eine Stunde zum Grasen und Bestaunt-Werden auf ein anderes populäres grünes Feld geführt – wenngleich ohne Tore, dafür mit strengeren Sittenwächtern als momentan in Brasilien: den Wiener Burggarten. Natürlich nur – auch hier anders als am Zuckerhut –, wenn das Wetter den Fohlen zuzumuten ist.

Bei der Premiere vergangenen Dienstag war ich zugegen und in Erwartung weißer zartstelziger Jungrösser. Klein waren sie, auch von ungelenker Körpermechanik, aber ob ihrer Farbe sahen sie neben den vermeintlichen Müttern wie adoptiert aus. Mein Verwundern und meine zoologische Unkenntnis berichtete ich einer Kollegin später im Büro. Sie wunderte sich ihrerseits über meine Verwunderung, jedoch ohne mit Pferdezüchterwissen zu prahlen und konterte mit einer verblüffenden Erklärung, die so einfach und naheliegend war, dass ich mich die ganze Nacht darüber geärgert habe, nicht selbst auf sie gekommen zu sein:

“Warum soll das bei den Tieren im Show Biz anders sein als bei den Menschen? Schau dir den Michael Jackson an. Er hat auch braun angefangen und war am Ende weiß wie eine Wand. Das ist nur natürlich.”

Diese Analogie hat mich überzeugt. Restlos.

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